Andrea Völker

Malerei, Illustration und Kunstvermittlung



Publikationen

Jeff Wall

Hubertus Gaßner und Petra Roettig (Hrsg.): Lost Places. Orte der Photographie, Ausstellungskatalog Hamburg 2012, Heidelberg 2012, S. 112.


Auszug:

1946 in Vancouver geboren, studierte und lehrte Jeff Wall zunächst Kunstgeschichte. Davon zeugt seine intensive Auseinandersetzung mit Kompositionsprinzipien und Bildtraditionen. Als leidenschaftlicher Leser, Denker, Schreiber und Künstler zitiert Wall sowohl Werke der Malerei und der Photographie als auch des Films.
Jeff Walls großformatige Arbeiten zeigen Alltagsräume, angesiedelt zwischen Inszenierung, Montage und »fast Dokumentarischem« [1]. Doch wirft man einen genauen Blick auf die scheinbar vertraute Umgebung, so wirkt die Situation rätselhaft, entrückt. Licht, Komposition, Detail und Farbigkeit sind genau durchdacht. Wall bezeichnet seine Arbeit als »kinematographisch«: inszenierte Realität aus einzelnen Versatzstücken [2]. Die Orte sind ausgeleuchtet, teils gebaut, mit Requisiten inszeniert, bei den Personen handelt es sich um Schauspieler. Leuchtkästen umgeben Walls gestochen scharfe Großbilddias und schaffen einen imaginären Raum hinter dem transparenten Bild. Mehrere Probeaufnahmen und eine gewissenhaft durchdachte Choreographie gehen dem eigentlichen Photo voraus. Im Gegensatz zu Filmstills oder einem Schnappschuss zeigt Wall jedoch keine unterbrochenen Bewegungsabläufe, sondern bewegungslose Bilder [...]

Andrea Völker

1 Vgl. Peter Galassi: »Unorthodox«, in: Ders. (Hrsg.): Jeff Wall, New York 1997, S. 35.
2 Vgl. Jeff Wall: »Frames of Reference, 2003«, in: Ausst.-Kat. Basel/London 2005/06, S. 449.

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© Hamburger Kunsthalle, Ausstellungskatalog Lost Places. Orte der Photographie.